Martinstag

 

„Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind, Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut." Es ist nur eine Strophe vom Lied um den heiligen Martin, das die Mädchen und Buben der Issigauer Kindertagesstätte „Christophorus" im Monat November singen. Noch zahlreiche weitere Lieder kommen dazu, die sich alle um das Laternenfest und die Legende von St. Martin drehen.

Das Laternenfest ist nach dem Sommerfest das zweitgrößte im Kindergartenjahr, für die Mädchen und Jungen, aber auch die Eltern, ein Höhepunkt in der dunklen Herbstzeit. Schon im Vorfeld beschäftigen sich die Kinder mit dem Thema „Sankt Martin", da werden Bilderbücher angeschaut, Bilder betrachtet, die Legende als Rollenspiel dargestellt sowie Gedichten und Geschichten wie „Was ist los im Gänsestall", „Und wieder ist St. Martinsfest" oder „Kommt, wir teilen uns die Laterne" gelauscht.

Am Martinstag, dem 11. November, geht die große Backaktion über die Bühne. Die Kinder rühren, kneten und rollen leckeren Teig, denn sie backen Martinsgänse, kleine und große mit Ausstecherformen. Natürlich basteln die Kleinen auch eine Laterne, die eine Szene der Martinslegende widerspiegelt oder den Herbst im Allgemeinen. Heuer ist eine Martinsgans an der Reihe - richtig schön rund aus einem Luftballon. Den bekleben sie mit vielen Papierschnipseln und Tapetenkleister, der Kopf aus einem Pappbecher bekommt echte Federn, dann noch die Latschen und der Schnabel aus Tonkarton, Flügel und Schwanz, letztendlich die Wackelaugen - fertig ist die Martinslaterne, die dann hell leuchtet beim Martinsumzug.

Für die Eltern basteln die Mädchen und Jungs Einladungen, damit auch sie genau wissen, wann das Martinsfest startet. Auch die Gemeinderäte und der Bürgermeister erhalten eine Einladung. Schließlich sollen viele Leute mitgehen, die Lieder hören, die Geschichte erleben und die Laternen bestaunen.

Der Martinsumzug startete im Kirchhofvorplatz. Kindergartenleiterin Angela Ney begrüßt die große Schar an kleinen und großen Gästen, Pfarrer Klaus Wiesinger spricht Worte zum Martinsfest. Dann geht es endlich los. Angeführt wird der Zug vom Sankt Martin hoch zu Ross und mit einem wehenden leuchtend roten Umhang. Anna-Maria Deffner übernimmt diesen Part. Nicht weit geht es, dann ein Stopp - unter einer Kastanie sitzt ein Bettler, nur in Sackleinen gewickelt, und das bei Regen und Kälte. Zitternd streckt der Bettler, gemimt von Sebastian Brandler, den nackten Arm empor. Erzieherin Gabi Bisky verliest die bekannte Martinslegende. Und wie in der Geschichte gibt Martin dem Bettler einen Teil seines Mantels.

Gemeinsam singen alle auf dem Weg zur Kindertagesstätte „ noch einige Lieder. Am Ziel wird der lange Zug der leuchtenden Laternen vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde empfangen. Gesellig geht es dann weiter bei Lebkuchen, Schmalz- und Kochkäsebroten, Wienerle und frischen Waffeln. (11.11.2010)