Montessori-Pädagogik

 

"Hilf mir, es selbst zu tun" - dieser berühmte Ausspruch charakterisiert die Montessori-Pädagogik. Deren Grundsätze und Arbeitsweisen finden immer mehr Einzug in die Lehrpläne der Grundschulen und in den Bayerischen Erziehungsbildungsplan für Kindertagesstätten. Die Kindertagesstätte "Christophorus" wird nach der gemeinsamen Entscheidung von Eltern, Elternbeirat, dem Team der Kindertagesstätte, dem Kirchenvorstand und Pfarrer Klaus Wiesinger mit Beginn des Kindergartenjahres 2011/12 noch intensiver nach der Montessori-Pädagogik arbeiten und dies in ihrem Namen zu erkennen geben. Der lautet nun "Evangelische Montessori-orientierte Kindertagesstätte Christophorus". 

Die Montessori-Pädagogik ist in der Einrichtung an sich nichts Neues, denn bereits seit einigen Jahren bietet das Team Freiarbeit nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik an. Dies nehmen die Kinder gut an und auch die Eltern favorisieren diese Pädagogik, weil sich die Mädchen und Jungen durch ihre erlangte Selbstständigkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihr Können dann in der Grundschule Naila bei der Freiarbeit besser zurechtfinden. 

Erzieherin Gabi Bisky und Kinderpflegerin Ramona Greim haben das Montessori-Diplom abgeschlossen, die Leiterin Angela Ney wird dies in Kürze in Angriff nehmen. Das vorhandene Montessori-Material wird aufgestockt, und im September soll es richtig losgehen. Entsprechend den Grundlagen der Montessori-Pädagogik legen sie großen Wert darauf, die Kinder in ihrem selbstständigen Handeln zu unterstützen. Sie erhalten ausreichend Zeit für Versuche, Übungen und Lernprozesse. Aufgaben werden den Kleinen nicht abgenommen, aber sie werden auch nicht alleine gelassen; sie bekommen Hilfe und Unterstützung zur Selbstständigkeit.

Der Alltag in der Kindertagesstätte wird bestimmt von einer respektvollen Haltung und einem achtsamen Umgang mit dem Kind. In der Vorbereitung und Gestaltung der Räume achtet das Erzieherinnen-Team darauf, dass eine für die Kinder nachvollziehbare Ordnung besteht. Übungs- und Arbeitsmaterialien stehen in offenen Regalen, nach Themen sortiert, und selbstverständlich in Kinderhöhe bereit. Die Materialien haben Aufforderungscharakter zum selbstständigen Tun und Ausprobieren. Es gibt Übungen für das tägliche Leben, wie Schleifen binden, Schnallen schließen oder einfach nur Wasser umfüllen. Mathematisches Material erlaubt dem Kind, durch Berühren und Halten einer Perle sowie eines Blocks aus 1000 Perlen einen sinnlichen Eindruck der mathematischen Größen zu bekommen, lange bevor es ein abstraktes Verständnis für Zahlen entwickelt. 

Die Montessori-Materialien ermöglichen ein Lernen mit allen Sinnen. Die Kinder können dasjenige kennenlernen, üben, erfahren und durch Greifen begreifen, was sie in ihrer jeweiligen sensiblen Phase gerade beschäftigt oder interessiert. Das Erzieherinnenteam steht beobachtend zur Seite; es hat Vorbildfunktion im sozialen Umgang miteinander und gibt Ordnung und Struktur. Bei der Pädagogik der Maria Montessori steht das Kind im Mittelpunkt, dem mit Achtung, Respekt und Würde begegnet werden soll. 

Die Arbeit der Erzieherinnen orientiert sich an den individuellen sensiblen Phasen, die die Kinder durchlaufen. Das Kind wird zu Aktivitäten hingeführt, die sein Interesse wecken sollen. Grundsätzlich hat es aber die Freiheit, sich seine Arbeit selber auszusuchen. Frei nach dem Motto "Was man mit Freude tut, das geht noch mal so gut". 

Auch mit dem neuen Konzept werden kirchliche Feste weiterhin gefeiert, die Einrichtung ist und bleibt evangelisch. Den Kindern wird durch die Montessori-Pädagogik ein Stück weit mehr Freiheit in ihrer individuellen Entwicklung eingeräumt, um Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein zu stärken. Durch die Nähe zur Freien Montessori-Schule Berg soll hier eine Kooperation erfolgen; das bestehende Verhältnis zur Grundschule Naila soll weiter in den gewohnten Bahnen fortgeführt werden. Den Kindern stehen nach dem Kindergarten alle Richtungen offen. (04.02.2011)