Kita Schrebergarten

 

Für die Racker der Kindertagesstätte „Christophorus“ liegt ein kleines Paradies am Ortsrand von Issigau. In der dortigen Schrebergartenkolonie tummeln sich jeden Freitag die Mädchen und Buben der Kindertagesstätte „Christophorus“, so ganz ohne jegliches Spielzeug, in ihrem eigenen Schrebergarten. Dessen Pacht trägt übrigens die Gemeinde Issigau und erst vor kurzem ist der Kita-Schrebergarten um eine Parzelle größer geworden. Arbeitseinsätze vom Elternbeirat und einigen Eltern und Großeltern brachten das großzügige Terrain auf Vordermann. Die alte und windschiefe Gartenlaube wurde abgerissen und der ganze Unrat aufgetürmt. Auch hier stand die Gemeinde helfend zur Seite, stellte den großen Anhänger und sorgte für die Entsorgung von Holz und Restmüll. Einige Papas und Opas errichteten auf einer kompletten Längsseite einen neuen Zaun zur optischen Trennung der dahinterliegenden Wildnis.

Schon im Vorjahr hatte die Firma Holz-Künzel die Schwartenbretter spendiert, die dann mit Lasur für längere Beständigkeit eingelassen wurden. Bis dato lagerten die Bretter wettergeschützte auf dem Gelände der Firma Fiedler, die auch für den Transport zum Schrebergarten sorgte. An das bestehende Gartenhaus wurde ein großer Wassertank installiert, um Regenwasser aufzufangen. Die Wetterseite erhielt eine neue Verkleidung und die restlichen Außenwände einen ersten Farbanstrich. Die „Villa Kunterbunt“ soll so entstehen, Lagerraum für Gartengeräte und andere Utensilien. Auch ein Staudenbeet mit Brombeere, Himbeere, Johannisbeere und Stachelbeere wurde angelegt, ebenso ein Hochbeet für Kürbisse.

Vom Obst- und Gartenbauverein Issigau war zweiter Vorsitzender Karl-Heinz Bischoff mit von der Partie und pflanzte gemeinsam mit Erzieherin Gabi Bisky den lang ersehnten Weidentunnel, der in einem Wigwam mündet. Karl-Heinz Bischoff hatte die vielen Weiden bereits zu Hause bereits vorgezogen, so dass schon viele Wurzeln sprossen. Eifrig halfen die Kinder beim Angießen der unzähligen Weiden. Der „Innenraum“ wurde mit Flies ausgelegt und mit Rindenmulch abgedeckt, so auch das Staudenbeet. Zum einen um das Unkraut auf ein Minimum zu reduzieren und zum anderen können im Tunnel und im Wigman der Rasen aufgrund der Enge nicht mehr mit einem Rasenmäher kurz geschoren werden.

Mit schwerem Gerät sprich Minibagger rückte Christian Köhler den vielen Wurzeln von gekappten Bäumen zu leibe, um die Unfallgefahr beim Springen, Tollen und Toben aus dem Weg zu räumen. Viele fleißige Hände waren bei diesem Großeinsatz am Werkeln und schafften ein kleines Paradies für die Mädchen und Buben, dass bereits 2007 seinen Anfang nahm. Im Schrebergarten können die Kinder die Natur mit allen Sinnen erleben und entwickeln dabei ein ökologisches Bewusstsein auch in Bezug auf Lebensmittel. Hier gibt es keinerlei Spielzeug, sondern nur Natur pur. In Gruppen sitzen die Mädchen zusammen und pflücken Blumen und kreieren einen Blumenstrauß oder auch einen Haarkranz aus Gänseblümchen. Die Jungen mögen es lieber handfest und hantieren mit Holzstämmen, bauen Lager oder versuchen sich im Klettern auf den alten Bäumen. Aber beim Klettern stehen auch die Mädchen in nichts nach und sind hurtig und geschwind im Geäst. Im unteren Bereich des Gartens gibt es zwischen den Fichten einen Niedrigseilgarten mit Affenschaukel und Seilbrücken. In dem kleinen Seilgarten können die Kinder nach Herzenslust klettern, balancieren und über Hängebrücken steigen.

Den Seilgarten hat Umwelt- und Erlebnispädagoge Michael Wilfert mit seiner Frau Bettina angelegt. Emsig sind hier die kleinen und großen Kinder zu Gange, immer schön der Reihe nach, beim Aufsteigen wird noch geholfen. Doch dann heißt es sich alleine weiterhangeln. Der Schrebergarten für lebenspraktischen Lernen, Erfahrungen sammeln, sich selbst testen, beobachten wie etwas gedeiht, von der Saat bis zur Ernte und noch vieles mehr können und sollen die Kinder hier in der freien Natur erfahren. Sie lernen Verantwortung für eine Sache zu übernehmen. Die Kinder beobachten Schnecken mit und ohne Häuser, getrauen sich diese auch anzufassen und einzusammeln und auch eine Eidechse haben die Kinder schon entdeckt, bunte Schmetterlinge und vieles mehr an Getier kriecht, fliegt und krabbelt durch den Schrebergarten, zieht die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Da sind Spielzeug und Fernseher schnell vergessen. Tollen und Toben auf den Bäumen und auf Baumklötzen stehen dann im Mittelpunkt.

Sie fühlen sich wohl die Kleinen und genießen ihre „Schrebergartentage“ und ein Picknick mitten auf der Wiese gehört einfach dazu. „I, eine Ameise“, ertönt eine schrille Stimme. „Na, und“, kommt von der anderen Seite und es folgt ein beherztes Wegstreifen des kleinen Tierchens. Denn das diese kleinen Krabbeltiere Methansäure verspritzen und diese unangenehm brennt, wissen die Kleinen schon, nur heißt es aus Kindermund, „die pinkeln einen voll und das tut weh.“ (04.05.2012)