Montessori Kooperation

 

Kooperation Montessori Schule Berg mit der Montessori orientierten Kita „Christiophorus“ Issigau

Das war eine Aufregung, eine Gewimmel und Gewusel. Schon allein das pünktliche „Dasein“ in der Kita zu so „früher Stunde“ war für manche eine Herausforderung. Die Vorschulkinder der Evangelischen Montessori-orientierten Kindertagesstätte „Christophorus“ aus Issigau besuchten nämlich das erste Mal die Montessori-Schule Berg und absolvierten dort in einem Lerngruppenzimmer „Unterricht“.

Der Grundstein zur Kooperation zwischen den beiden Einrichtungen nahm damit Gestalt an. Dem Besuch der Kinder in der Schule waren schon Gespräche zwischen den Leitungen beider Einrichtungen vorangegangen, man wollte gemeinsam agieren, schließlich fährt man die „gleiche Wellenlänge“ – das Kind mit seiner Individualität steht im Mittelpunkt und wird entsprechend seines Standes begleitet und geführt. Seit dem Kindergartenjahr 2010/2011 arbeitet die Kita „Christophorus“ Montessori-orientiert. Ein Wunsch der Eltern, der dann vom Elternbeirat und damaligen Träger Pfarrer Klaus Wiesinger in Zusammenarbeit mit dem Team in die richtigen Bahnen gelenkt wurde. Schon damals hatten Erzieherin Gabi Bisky und Kinderpflegerin Ramona Greim das Montessori-Diplom, die besten Voraussetzungen für das Vorhaben. Leiterin Angela Ney hat im Mai dieses Jahres nach einjähriger Ausbildung mit Erfolg das Montessori-Diplom abgeschlossen. Im letzten Kita-Jahr erfolgte dann eine Umstrukturierung der Räume und des Tagesablaufs, die Eltern immer mit im Boot.

Besuche der Montessori-Schule Berg mit Schulleiter Stephan Ludl und stellvertretender Schulleiterin Karin Weser in der Kita und umgedreht der Elternbeirat und das Erzieherteam der Kita in der Schule festigten den eingeschlagenen Weg und die positiven Feedback den Eltern stärkten diesen. Schulfeste und Tag der offenen Tür wurden besucht, Elternabende in der Kita. Jetzt sozusagen die Krönung der Zusammenarbeit bei der auch die Kinder selbst mit von der Partie waren und weiter sind – der Schulbesuch. Mit Fahrgemeinschaften ging es pünktlich zum Schulbeginn nach Berg. Dort wurde die aufgeregt schnatternde Gruppe in Empfang genommen, Garderobe und Platz für den Schuhwechsel gezeigt. Die Schulleitung mit Stephan Ludl und Karin Wesen begrüßten die Vorschulkinder mit ihren Erzieherinnen Angela Ney und Gabi Bisky und zeigten den Weg zu den Räumen der Lerngruppe 2 mit dem Sinnesmaterialien.

Zwei volle Schulstunden hatten die Mädchen und Jungen Zeit sich in die Freiarbeit zu vertiefen. Die Rituale sind den Kindern ja bereits aus der Kita bekannt. So nahmen alle auf dem Teppich Platz – der Morgenkreis begann. Die Kerze wurde angezündet, ein Gebet gesprochen und dann machte der „Erzählstein“ die Runde. „Auf was habt ihr euch denn heute am meisten gefreut oder vor was hattet ihr ein bisschen Angst?“, wollte Gabi Bisky wissen. Aber Angst hatte keiner, alle freuten sich, in der Schule zu sein und manche hatten schon entdeckt, was sie ausprobieren wollten und freuten sich darauf. Der Stein machte die Runde und dann war der Kalender dran: Tag, Zahl, Monat, Jahr und Jahreszeit. Die Kinder waren fit. Eine kurze Einweisung erfolgte, wo sind die Arbeitsteppiche und gut merken aus welchem Regal das Material genommen wird. Dann endlich – Freiarbeit. Zügig gingen die Kinder zu den Regalen, zum Objekt der Begierde und strebten damit zu den Tischen. Ruhig war es und emsig beschäftigten sich die Kinder mit den umfangreichen Material, manches war neu, anderes schon bekannt aus der Kita. Symmetrie-Übungen, Reisschütt-Übung, Perlen-Pinzetten-Übung, die Kaffeemühle oder auch die Geheimschrift mit den Federn, die Kinder probierten aus, ruhig und mit Bedacht. Viel zu schnell war die Zeit vorbei und es hieß aufräumen. Alles wurde wieder am richtigen Platz verstaut. Ein Reflexionskreis rundete den ersten Schulbesuch ab. Allen hat es gefallen.

Schulleiter Stephan Ludl schaute noch einmal vorbei und ließ sich von den Kindern erzählen und zeigen, was sie so besonders toll fanden. „Keine Frage, wir kommen wieder“, so die einhellige versprechende Aussage der Kinder. Natürlich kommen die Kleinen wieder zu den Großen in die Schule, einmal im Monat an einem Dienstag heißt es für die Vorschulkinder – Schulbesuch. Aber nicht nur das, die Montessori-Schule wird auch den Elternabend der Kita besuchen und die Kinder sind zum Weihnachtstheater und den Schneetag in die Schule eingeladen. Eine aufregende Zeit, die da bevorsteht. So wird die Schule für die Kinder nichts Fremdes oder Neues sein, wenn denn der Ernst des Lebens kommt, ein fließender begleitender Übergang. Hier wie dort steht das Kind im Mittelpunkt, das es gilt individuell zu fördern und zu begleiten, dort abzuholen wo es gerade steht. (25.09.2012)