Kartoffelernte und Kartoffelfeuer

 

Kartoffelfeuer waren früher gang und gebe und gehörten einfach zur Erntezeit dazu. Nach der Kartoffelernte wurde mit dem Kartoffellaub Feuer entfacht, in denen dann Kartoffeln gegart wurden. Dieser Brauch ist in den letzten Jahrzehnten allerdings weitestgehend in Vergessenheit geraten. Der Elternbeirat der Kindertagesstätte Christophorus wollte gemeinsam mit Sonja Wachter, die mit ihrem Mann Gerhard im Issigauer Ortsteil Griesbach eine Nebenerwerbslandwirtschaft betreiben, diese gute alte Tradition den Kindern wieder nahe bringen.

Sie lud die Mädchen und Jungen zum Kartoffellesen und anschließenden Entfachen eines Kartoffelfeuers ein. Eine kleine Kuhle war schon vorbereitet und fix hatten die Kinder genügend Steine gesammelt, um diese zu begrenzen. Das Feuer anzünden übernahm Sonja Wachter während die Kinder mit Körben bewaffnet sich auf zur Kartoffelernte machten. Auf der einen Seite hieß es nachlesen und auf der anderen Seite noch graben, um die Erdäpfel ans Tageslicht zu befördern. Emsig und mit Feuereifer waren die Knirpse zu Gange. Da genüg Zeit zur Verfügung stand, erzählte Erzieherin Gabi Bisky zur Freude der Kinder die Geschichte vom Kartoffelkönig. Dann endlich, die Kartoffeln waren fertig.

Damit die kleinen Helfer nicht zu lange auf die Kartoffeln warten mussten, waren diese bereits vorgegart und kamen nur noch einmal „zum Aufwärmen“ in die Glut. Dabei gab es nicht nur die herkömmlichen „gelben“ Kartoffeln sondern auch „blaue“, die die Kinder besonders begeisterte. Der erste Biss wurde dann aber mit Skepsis getätigt. Aber schnell war klar, die schmecken genauso wie die Kartoffeln aus dem Supermarkt. Ein tolles Erlebnis für die Kleinen. Sonja Wachter erhielt als Dank ein Bild mit dem Kartoffelkönig, der um sich herum viele kleine Fingerabdrücke als Kartoffeln mit Namen geschart hatte. (26.09.2012)