Musik im Kindergarten

 

Ob rhythmisches Sprechen, Singen, Klatschen, Tanzen oder einem Instrument Töne entlocken, das sind Erfahrungen, die Kindern ganz unmittelbar Freude bereiten, ihr Interesse wecken und intensives Spiel mit den eigenen Fähigkeiten ermöglicht. Kinder lieben einfach Musik, denkt man nur an die Spieluhr über dem Bettchen, sie erklingt und Ruhe kehrt ein. Und Kinder brauchen Musik zur Entwicklung. Denn Musik begeistert, beseelt, belebt und prägt die Persönlichkeit des heranwachsenden Menschen.

Also dann, warum mit dem Musikunterricht bis zur Schule warten. „Musikunterricht“ gibt es auch schon für die Kleinen im Kindergartenalter von drei bis sechs Jahren. Berufsmusiker Stephan Erl, der eben auch musikalische Früherziehung im Kindergarten anbietet, war nun zu einer Schnupperstunde in der Kita-Christophorus zu Gast. Auch einige Mamas erlebten diese musik- und bewegungsintensive Stunde mit. Naja, ehrlicher Weise muss man gestehen, aber mitgemacht haben sie im Gegensatz zu den Kindern nicht alles. Nase zuhalten und quieken wie ein Schwein oder schnattern wie eine Gans. Aber die 15 Mädchen und Buben waren Feuer und Flamme und so ertönte ein kräftiges Schweineorchester und eine laute Gänseschnatterband. Doch zuerst machten die Kleinen Musik mit kleinen Percussions-Instrumenten und wer keines erwischte, der stampfte oder klatschte einfach mit.

Stephan Erl spielte dazu mit der Gitarre und fast konnte man eine Melodie erkennen. „Ihr spielt wie eine richtige Band“, so dann auch das Lob des erfahrenen Musikers der Miro-Nemec-Band und Whee Bush. Die Kinder waren begeistert. Ein Spiel mit den Händen „Wulli und Willi“ folgte sehr zur Freude der Kinder, denn ganz so brav waren diese nämlich nicht. Da wurde getrommelt, gewuschelt, gezwickt und so spann sich die Geschichte weiter, die ganz klar im Guten endete: aus den streitenden Händen Willi und Wulli wurden Freunde. Sprech-, Lippen- und Zungenmotorik wird ebenfalls eingebaut und ganz nebenbei erhalten die Kinder ein Gefühl für Rhythmus, wenn sie denn als Krachorchester und Rabatzchor arbeiten. Sie bekommen Eindrücke gemeinsam in der Gruppe Musik zu machen und das Angebot, dass sich übrigens im Rhythmus von sechs bis sieben Wochen wiederholt, richtet sich nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten der kleinen zukünftigen Musiker.

Es ist kein Unterricht, macht Stephan Erl den Eltern klar, Spaß, Unfug und das spielerische Erlernen frecher Lieder stehen im Vordergrund. Aber keine Panik es gibt auch das „ernsthafte“ Erarbeiten musikalischer Grundzusammenhänge verbunden mit Konzentrations-, Koordinations- und Atemübungen. Spielerisch mit wohl etwas anderen Methoden kommen die Kleinen der Musik auf der Spur. (27.09.2012)