Werkbank für die Kita

 

Lautes Hämmern empfängt die Gäste schon an der Eingangstür und beim Näherkommen sind auch Sägegeräusche zu hören, dann wieder klingt es wie ein Akkubohrer.  Dazwischen wird diskutiert. Handwerker jetzt noch in der Kita? Aber es hört sich ganz danach an. In der Bärengruppe sind wahrlich Handwerker beim Schaffen, aber in Person der Kinder selbst. Große Aufregung und Freude herrschte bei den Mädchen und Jungen der Kita „Christophorus“, die nun stolze Besitzer einer robusten Werkbank mit Schraubstock und vielen „echten“ Werkzeugen sind. Die Theatergruppe Issigau-Marxgrün (TIM) spendete der Kita die kleine Werkstatt im Wert von 1000 Euro. Ordentlich aufgereiht an der Werkzeugwand hängen Zangen, Feiler, Schraubschlüssel, Bohrwinde, Hobel und noch vieles mehr. „Da werden sogar die Väter neidisch“, erzählt Kita-Leiterin Angela Ney lachend.

Mit der Kinderwerkstatt ging ein lang gehegter Wunsch der kleinen Handwerker in Erfüllung, die sich hin und wieder schon in Papas oder Opas Werkstatt versuchten und so etwas unbedingt auch im Kindergarten haben wollten.  Seitdem herrscht Kommen und Gehen in der kleinen Werkstatt. Immer zwei Kinder können gleichzeitig arbeiten. „Nach 20 Minuten klingelt es, dann ist Wechsel“, erzählt Erzieherin Gabi Bisky, „und auch die Mädchen sind ganz eifrig mit von der Partie.“ Über der Werkbank hängen Regeln – Arbeiten nur mit Handschuhen und Schutzbrille, Wir arbeiten vorsichtig und achten auf unsere Freunde. Die Kleinen arbeiten emsig mit dem Holz und dabei wird eifrig gehämmert, geschliffen, gefeilt und gesägt. Auch ein Akkuschrauber im Kleinformat kommt zum Einsatz, um kreativen Ideen Gestalt zu geben. Auch wenn vielleicht der eine oder andere Bedenken hegt, mit der Werkstatt werden die motorischen Fähigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder gefördert, wenn sie wie die Erwachsenen mit Werkzeug sinnvoll umgehen dürfen. „In der Werkstatt wird auch nur gearbeitet, wenn ein Erwachsener im Zimmer ist“, versichert Gabi Bisky, die das Angebot für die Kinder toll findet. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Werkzeug für Kinder nicht scharf sein darf oder muss, damit sie sich nicht verletzen können. Im Gegenteil: stumpfes Werkzeug ist gefährlicher, weil an ihm kein Gefühl für die richtige Handhabung entwickelt werden kann und zum Beispiel bei einem Schnitzmesser zu viel Druck ausgeübt wird, wodurch die Hand unkontrolliert ausrutschen und Verletzungen verursachen kann. Mit einer stumpfen Säge kann nicht gesägt werden, der Erfolg stellt sich überhaupt nur mit einer scharfen Säge ein.

Die strahlenden Gesichter der Kinder sind beschreibend und der stetige Ansturm unterstreicht die Richtigkeit der Anschaffung. Wolfgang Ernst von der Theatergruppe wünschte weiterhin viel Spaß und möglichst keine Verletzungen. „Bisher gab es keine, da die Kinder vorsichtig zu Werke gehen“, wusste Gabi Bisky, in deren Gruppenzimmer die Werkstatt ihren Platz gefunden hat. Leiterin Angela Ney dankte der Theatergruppe für das tolle Geschenk und überreichte zur Erinnerung eine Bildercollage von kleinen Handwerkern in Aktion.  (10.02.2014)