Eisregeln für Kinder

 

„Hilfe, Hiiiiilfe", schreit Kerstin Färber von der DLRG-Ortsgruppe Bad Steben Lichtenberg, die mit anderen Kindern auf dem Dorfteich in der Issigauer Ortsmitte eingebrochen ist. Andere Kinder und DLRG-Mitglied Yvonne Burger eilen zu Hilfe. „Halte dich am Schal fest", lautet das Kommando. Mit vereinten Kräften schaffen sie es und ziehen nach und nach die Kinder wieder heraus. Diesmal ist zum Glück alles nur gespielt; in der Turnhalle auf blauen Weichbodenmatten. Die DLRG ist in der Kindertagesstätte „Christophorus“ zu Gast: Kerstin Färber, Simone Brandt mit Tochter Lena und Yvonne Burger zeigen den Mädchen und Jungen wie man sich beim Einbrechen im Eis richtig verhält und wie Unfälle vermieden werden können.

Mit von der Partie ist auch Nobby, Seehund ein richtiger Experte für die Eisregeln. Selbst- und Fremdrettung üben die Kinder, unterstützt von den Fachkräften der DLRG-Ortsgruppe. Wissenswertes zu den Gefahren am Eisweiher zeigten die Experten anhand von Bildern und mit plausiblen Beispielen. mmer wieder werden die Regeln erläutert und vertieft. „Ab wann darf man auf das Eis“, will Kerstin Färber wissen. Die Kinder haben gut aufgepasst und zeigen mit den Händen eine Dicke an – 15 Zentimeter bei einem stehenden und zwanzig Zentimeter beim fließenden Gewässer. Aber auch dann sollte jeder, gewisse Regeln beachten. Man sollte nie allein aufs Eis gehen und sollte es trotz Freigabe unter den Füßen knistern und knacken, dann sofort  das Eis  verlassen. Gerät man doch auf dem Eis in Gefahr ist es ratsam sich auf das Eis zu legen, um das Gewicht zu verteilen und so langsam ans das Ufer zurückzukehren.

Aber auch Helfer sollten dem Eingebrochenen nur in liegender Position helfen oder ihm Gegenstände reichen, um ihn aus seiner misslichen Lage befreien kann. Das übten die Kinder mit einem langen Schal. Später gab es den Selbsttest des eigenständigen Rettens aus der Tiefe. Zwischen der Attrappe von hohen Turnkästen brach jedes Kind einmal ein. Bei dieser Übung merkten die Kinder, dass es fast unmöglich ist, allein aus dem eingebrochenen Eis zu klettern, selbst wenn die Übung im Warmen und ohne nasse Kleidung stattfindet. Spannend und lehrreich war der Test: Alle Mädchen und Jungen greifen tapfer in eine Box, gefüllt mit Eiswürfeln und Eiswasser - wie lang wird die Hand die eisigen Temperaturen aushalten? Das war ganz schön kalt und nur ganz kurz war das Eintauchen.

Zum Schluss demonstriert Kerstin Färber noch mit einer Hose wie schwer die Sachen durch Wasser werden. Jeder nahm erst die trockene und dann die nasse Hose in die Hand und alle sind sich einig – die ist ganz schön schwer. „Da könnt ihr euch vorstellen wie schwer erst ein Schneeanzug wird“, unterstreicht Kerstin Färber. Als Geschenk erhielten die Kinder ein Eisregelheft zum Ausmalen und Rätseln. Kita-Leiterin Angela Ney ermutigt die Kinder, auch den Eltern zu Hause von den Eisregeln zu erzählen und gemeinsam darüber zu sprechen. (12.02.2014)