Besuch der Druckerei Schiller in Hof

 

Schriftsetzer - ein aussterbender Beruf. Diesem gingen die Mädchen und Jungen der Issigauer Kita „Christophorus“ auf die Spur und besuchten Peter Schiller, der 1968 den Beruf des Schriftsetzers lernte und in seiner Druckerei in Hof noch die Setzkästen von klein bis groß hat. „Ich habe das Handwerk sozusagen von der Pike auf gelernt, bin jetzt 46 Jahre im Druckereigewerbe  und habe die verschiedensten technischen Wandlungen miterlebt.“ Die Kleinen unternahmen eine anschauliche Zeitreise, beginnend beim Schriftsetzer, als dieser  noch in mühevoller Handarbeit aus einem angelieferten Manuskript eine fertige Vorlage für den Druck herstellte.

Sie bestaunten die Setzkästen, die immer nur Typen derselben Schriftart, Schriftgröße und des Schriftschnitts enthalten. „Diese sind aber nicht nach dem Alphabet geordnet“, erfuhren die Kinder, „sondern die Anordnung wo sich was befindet, musste man auswendig lernen und dann blind herausnehmen.“ Auch komisch, dass die Buchstaben linksherum vorlagen. Den Namen Luis steckte Peter Schiller zur Veranschaulichung in einen Winkelhaken, dem wichtigsten Werkzeug des Schriftsetzers. Verschiedene Setzkästen sind hier in der Werkstatt untergebracht die größten für Plakatschriften mit zehn Zentimeter Höhe und die kleinsten nur zwei Millimeter.

Dann ging es weiter in der Zeitreise und große Augen bekamen die Kleinen bei der Tiegeldruckpresse. Die hat genauso viele Jahre auf den Buckel wie der Besitzer selbst – erbaut 1954. Die steht aber nicht etwa als Museumsstück hier, sondern kommt voll funktionsfähig immer wieder zum Einsatz. Die Maschine dient als Zusatzgerät zum jetzigen Digitaldruck und wird für das Perforieren, Stanzen und Nummerieren eingesetzt. Gebannt schauen die Kinder zu, als Peter Schiller das Monstrum zum Laufen bringt, erst langsam, damit die Kinder die Arbeitsgänge verfolgen können und dann im Schnelldurchlauf. Es soll aber keiner denken, dass es in der Druckerei, die seit 1998 Peter Schiller gehört, nur Relikte aus der Vergangenheit gibt. Die Kinder bestaunten auch den XXL-Digitaldruck mit Aufbringen von Schutzlaminat, das akkurate Ausschneiden durch die Maschine und freuten sich letztendlich über tolle wisch- und UV-beständige Aufkleber mit dem Logo ihrer Kita.

Den Abschluss des Rundgangs bildete das Beschriften von T-Shirts mit so genannter Flock-Folie. Bis zu 200 Grad Celsius heiß kann die Bügelmaschine werden, erfuhren die Kinder. „Ich kann hier alles drucken außer Zeitungen und Bücher“, bekannte Peter Schiller, der den Kindern ein unvergessliches Erlebnis bot, praxisnah und aus der ersten Reihe. Als Dankeschön überreichten die Kinder eine als Glocke gestaltetem Blumentopf. Mit vielen Eindrücken beladen zogen die kleinen Issigauer wieder von dannen und hatten zu Hause viel zu erzählen. (26.03.2014)