Schnupperangeln

 

„Fisch an der Angel“, schallte es laut und stolz am Ufer entlang. Naja, Fisch ist wohl etwas übertrieben, wenn man den Mickerling von Weißfisch dann auf der Kinderhand liegen sieht. Kurz ein Erinnerungsfoto und dann kommt der Fang in einen großen Bottich. Stolz wie Oskar sind die Jungen und Mädchen der Schulkinderbetreuung der Issigauer Kita, die beim Fischereiverein Lichtenberg am Tränkteich zu Gast sind – und in die „Geheimnisse“ des Angels eingeweiht werden. Aber nicht nur in Theorie, das geht an diesem Tag „nebenbei“ über die Bühne, die Kids dürfen selbst die Angel auswerfen und warten bis ein Fisch anbeißt. Für die meisten ist es die erste Erfahrung in Sachen Angeln und neben Jugendwart Uwe Zapf stehen Robin Schnabel, Florian Einsiedel und Gerhard Schmidt als Fachmänner und Assistenten der „Neuangler“ zur Seite. Sie kommen im Laufe des Vormittags oft zum Einsatz, wenn sich die Schnur verheddert, der Haken statt im Wasser im Gebüsch oder gar Baum gelandet ist und wenn der Fang vorsichtig und schonend vom Haken befreit werden muss.

Doch bevor es zum Angeln ging, luden die Fischer zum Frühstück ein. „Ganz klar, wenn man einen Fisch an Land ziehen will, braucht man Kraft“, kommt es wissend aus der Runde. Sie langen herzhaft zu, denn man weiß ja nie, ob Hecht, Zander oder Karpfen anbeißen und dann braucht es Muckis. Endlich – alle sind fertig und es geht hinaus – die Angeln warten und zwar für jedes Kind eine. Die Kinder sind begeistert. In drei Gruppen aufgeteilt, gibt es die ersten Einweisungen. Robin Schnabel geht mit den beiden Buben, die schon mal eine Angel in der Hand hatten, zum Blinkern auf Raubfische. Schnell merken sie, dass das gezielte Auswerfen gar nicht so einfach ist und Robin oft den Kopf einzieht. Aber es geht alles gut. Unermüdlich wird ausgeworfen und wieder eingeholt, nur anbeißen will kein Fisch. An einer weiteren Angelstelle erhielten die Kindern Tipps und Tricks wie man mit der Posenrute und Ködern wie Maden, Würmern und Mais auf Weißfische angelt. Heißt es anfangs noch „Iiih“, wird kurze Zeit später schon die Made selbst am Haken angebracht. An der dritten Station wird das „auf Grund angeln“ mit gut gefüllten Futterkorb und Haken praktiziert. Unter fachkundiger Anleitung der Profis des Fischervereins haben Mädchen und Jungen im Tränkteich am Ortsausgang von Lichtenberg in Richtung Bad Steben reiche Beute gemacht und wer weiß, vielleicht hat ja der eine oder andere das Hobby Angeln für sich entdeckt. Die Grundschüler waren jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache, saßen hoch konzentriert am Ufer, beobachteten ihre Schwimmer, hörten sich geduldig die Tipps und Ratschläge an, probierten und erzielten Erfolge. Die Ruten hatten die Fachmänner zuvor in Eigenregie montiert und unter anderem auch Köderdosen für die Test-Angler vorbereitet.

Alle hatten sehr viel Spaß, vor allem, weil zahlreiche Fische an die Haken gingen. Diese hatten aber Glück im Unglück. Denn die Betreuer zeigten den Kindern, wie sie Fische waidgerecht behandeln, anschließend ließen sie die Fische wieder frei – vielleicht war es ja auch ein lehrreicher Tag für die Fische und sie gehen beim nächsten Köder nicht mehr an den Haken. „Die Fische sind einfach noch zu klein und müssen noch wachsen“, erfuhren die Kinder, „ denn es gibt gesetzliche Mindestmaße für Fische, und diese muss jeder Angler beachten.“ Viel zu schnell war die Zeit am Wasser, in der freien Natur vorbei, manch einer wollte gar nicht nach Hause gehen, gar zu schön war es und das trotz Stillsitzen und ruhig sein. Die Assistenten vom Fischereiverein haben ganze Arbeit geleistet und den Mädchen und Buben einen Ferientag „versüßt“, ihnen Neues beigebracht und vielleicht die Lust an Natur und Wasser geweckt. (04.09.2014)