Hunde zu Besuch im Kindergarten

 

Die vierjährige Kira und die zwölfjährige Luci waren zu Gast in der Issigauer Kita „Christophorus“. Sie meinen etwas ganz Alltägliches? Weit gefehlt, denn die beiden sind Hunde, ein Mischling aus Labrador und Hovawart und ein Boxermischling. Ihr Besitzer Franz Rasche hatte sich bereit erklärt, mit seinen beiden Vierbeinern vorbeizuschauen und den Kindern das richtige Verhalten gegenüber Hunden näher zu bringen. Kira und Luci sind dafür geradezu prädestiniert. „Sie sind zwei ganz unterschiedliche Charaktere“, erzählt Franz Rasche, „Kira ist lebhaft, aber unsicher und Luci ist selbstsicher und ruhig.“ Übriges sind die beiden Therapiehunde mit Frauchen und Herrchen auch jeden Mittwoch im Seniorenstift Martinsberg in Naila zu Gast sind und erfreuen die älteren Herrschaften. Franz Rasche erklärt den Kindern, dass man einen Hund nicht einfach anfassen darf. „Oder wollt ihr von jedem ins Gesicht gefasst und gestreichelt werden?“ Das lehnen die Kinder natürlich vehement ab. „Immer erst den Besitzer fragen, ob streicheln und anfassen erlaubt ist.“ Nach der Vorstellungsrunde lässt Franz Rasche seine Vierbeiner von der Leine und diese gehen erst einmal auf Erkundungstour. Während die einen Kinder sich zurückziehen, möchten die anderen sofort streicheln.

Franz Rasche setzt sich auf den Boden im Stuhlkreis, ruft die Tiere hinzu. „Wer möchte nun streicheln?“. Viele Arme schnellen nach oben und schon sind die Vierbeiner und ihr Herrschen umringt. Die Hunde scheinen es zu genießen, Kira dreht sich sogar auf den Rücken und lädt zum Graulen ein. Dem kommen die Kinder gerne nach. Einige schauen vorsichtig aus der Entfernung, tasten sich vorsichtig heran und dann, geben auch sie Streicheleinheiten. Auch hier gibt es Kinder, die Angst haben vor Hunden. Deshalb dient der Besuch der Vierbeiner zum einen, um die Angst zu nehmen und zum anderen, das richtige Verhaltens gegenüber den Tieren zu vermitteln. Beim Fressen nicht stören: Wenn Hunde fressen, verhalten sie sich noch genauso wie ihre Vorfahren, die Wölfe, nach erfolgreicher Jagd. Sie verteidigen ihre Beute gegen jeden Störenfried. Jede Störung betrachtet der Hund als Angriff. Nicht weglaufen: Hunde laufen und jagen gerne. Wenn etwas vor ihnen wegläuft, dann können sie gar nicht anders – sie müssen hinterher und es sich schnappen.

Besitzer fragen: Ganz gleich, wie lieb ein Hund aussieht – erst sollte der Besitzer gefragt werden, ob der Hund angefasst werden darf. Vom Schwanz weghalten: Hunde mögen es nicht, wenn man sie am Schwanz anfasst. Also Finger weg. Trotz der vielen Gebote, es war eine tolle Kuschel- und Streichelstunde für beide Seiten. Und das tollste war natürlich das Geben von Leckerli, die Franz Rasche zur Genüge in der Hosentasche dabei hatte. „Die flache Hand hinhalten und dann nimmt sich der Hund sein Leckerli.“ Nicht immer klappte es, war doch die Vorsicht manchmal einfach größer. Aber das machte nichts, Kira und Luci schnappten sich ihr Leckerli auch vom Fußboden. Und auch die Ansage „Nicht laut schreien, denn ein Hund hat viel, viel bessere Ohren als wir Menschen“, nahmen die Kinder an und verhielten sich ruhig.

Das veranlasste Kita-Leiterin Angela Ney zu sagen „Vielleicht sollten wir öfters Hunde zu Besuch haben“. Ganz klar, waren die Kinder von dieser Idee ganz begeistert. Franz Rasche demonstrierte auch wie groß die schwarze Kira ist und gab das Zeichen. Das Tier sprang hoch und legte seine Pfoten auf die Schultern seines Besitzers. „Wenn das die Kira bei euch machen würde, dann würdet ihr umfallen und am Boden liegen“, erklärte Franz Rasche lachend. Dann war Zeit für den Abschied, die Hunde drehten noch eine Runde und ließen sich streicheln, dann ging es wieder nach Hause. Kita-Leiterin Angela Ney überreichte als Dank an die beiden Vierbeiner Leckerli und Franz Rasche erhielt einen Stein mit lauter Fimoknete-Schnecken mit echten Schneckenhäuser, als Erinnerung. (28.01.2015)