Kartoffelwettbewerb

 

Das wird heuer eine wahrlich spannende Sache, denn bis zur großen Kartoffelernte Mitte bis Ende September weiß keiner wie viele und wie groß oder ob vielleicht eine Kartoffel mit einer ganz besonderen Form dabei sein wird. „Das war beim Kürbisswettbewerb vor zwei Jahren anders, denn da konnte das Wachsen und Werden beobachtet werden“, erklärt die Mitarbeiterin vom  Abfallzweckverband Hof Silke Popp-Köhler, der heuer einen Kartoffelwettbewerb für Kindertagesstätten in zwei Kategorien ausgelobt hat. „Wer erntet den schwersten und den witzigsten Kartoffel“, lautet das Thema und pro Gewinn gibt es 200 Euro.

19 Kindertagesstätten im Landkreis begeben sich auf die spannende Reise, die jetzt mit der Auslieferung der Saatkartoffeln und der Komposterde begonnen hat. Pro teilnehmende Kita-Gruppe gab es 20 Saatkartoffeln der Sorte „ditta“ und je einen 40-Liter-Sack Komposterde. „Jetzt können die Gruppen loslegen, manch eine wird die Kartoffeln vortreiben, das ist legal und üblich“, weiß Silke Popp-Köhler, die aber rät, die Kartoffeln nicht vor dem 1. Mai ins Beet zu setzen. Sind die Knollen erst einmal in der Erde, dann bleibt zu hoffen, dass sich die vegetarischen Wühlmäuse fernhalten und die Kartoffeln natürlich wachsen. Groß sollen sie werden oder zumindest eine witzige Form bekommen. Schließlich will man ja gewinnen, der Kartoffelkönig werden.

Aber bis es so weit ist, vergeht noch eine Menge Zeit. Erst wenn im Herbst das Kraut gelb wird und abstirbt ist Erntezeit. Dann kommen AZV-Mitarbeiter und nehmen die Ernte mit vor. „Schummeleien soll es keine geben und deshalb sind wir mit dabei und wiegen dann auch gleich vor Ort“, erklärt Silke Popp-Köhler. „Beim Kürbiswettbewerb ist die Frucht auch erst vor unseren Augen abgeschnitten und gewogen worden.“ Das Gewicht zählt damals wie heute, aber es winken auch Sonderpreise: die witzigste Kartoffel ob nun als Herz, Gesicht oder Mini-Nilpferd, da darf man sich überraschen lassen und dann noch die Prämierung für die nachhaltige Begleitung der Kartoffelaktion. Doch bis die Ernste ansteht, wartet erst einmal viel Arbeit auf die Kinder, die natürlich von Eltern und dem Kita-Team unterstützt werden. Nach dem Vortreiben steht als nächster Schritt das Auspflanzen an und da können die Kinder dann schön tüchtig mithelfen, die Kartoffeln in die Furchen zu legen. Aber das ist dann schon wieder eine neue Geschichte.

Bis zum Auspflanzen können sich die Kitas mit dem „Abenteuer Kompost“ beschäftigen, denn nicht umsonst gab es zu den Saatkartoffeln obenauf Komposterde. AZV-Mitarbeiterin Silke Popp-Köhler besucht auf Wunsch die Kitas und begibt sich entsprechend des Alters gemeinsam mit den Kindern auf die Abenteuerreise, erarbeitet mit den Kindern was auf dem Kompost kommt und was dann im Komposthaufen passiert. Da ist von kleinen Tierchen die Rede, die dort mächtig am Werkeln sind. Die Kinder wissen, dass allerlei Lebewesen im Komposthaufen das Kerngehäuse vom Apfel, die Teebeutel und die Schalen vom Sonntagsei in nährstoffreiche dunkelbraune Erde verwandeln.

„Diese Komposterde wird auch Humus genannt“, erfahren die Kinder und „mit Humus kannst Du zum Beispiel prima Kräuter, Erdbeeren oder wie ihr später Kartoffeln pflanzen.“ Doch wann kann der Komposthaufen verwendet werden? Wenn die Küchen- und Gartenabfälle zu krümeliger, dunkelbrauner Erde geworden sind, die nach Wald duftet. Lorenz weiß, dass vor der Verwendung des Humus, dieser durch ein grobes Gartensieb geworfen werden muss, um größere Teile wie etwa Steine, nicht verrottete Zweige oder Obstkerne zu entfernen. Als alle Fragen geklärt sind, gibt es eine Bildergeschichte über den Kreislauf der Natur sprich die Entstehung des Kompostes.

„Ratzfatz“ haben die Mädchen und die Jungen die Bilder in die richtige Reihenfolge gebracht. Dann kann ja nichts mehr schief gehen mit dem Kompost und den Kartoffelwettbewerb. Übrigens kommt die Komposterde von der Kompostanlage Naila, die Gerhard Matthes betreibt. „Unser Wettbewerb wird vom Kompostring Hof  - Naturkreislauf Kompost unterstützt“, fügt Silke Popp-Köhler erklärend an.(15.04.2016)